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März

Artikel des Monats März

Selbstversorgung-Saatgutgewinnung-QUICUMQUE-autark

Saatgutgewinnung

Reinigung, Lagerung und Überwintern zweijähriger Samenträger

 

In der letzten QUICUMQUE haben wir einen ersten Einblick in die Saatgutgewinnung gegeben: Isolation, Bestäubung, Selektion und Dreschen standen auf dem Programm. In dieser Ausgabe soll es um Nass- und Trockenreinigung, Saatgutlagerung und das Überwintern zweijähriger Samenträger gehen. Genau wie in der ersten Anleitung greifen wir auf das umfangreiche Wissen und die Erfahrung von Steve Schwartz zurück, der in Luxemburg in seinem Kraitzschouschteschgaart ehrenamtlich Saatgut für samenfeste Sorten vermehrt.

Die Nassreinigung
Die Nassreinigung eignet sich für Gemüse, die ihre Samen in mehr oder weniger saftigen Früchten tragen. Dazu zählen Tomaten, Kürbisse, Gurken und Auberginen. Unterschieden wird zwischen einer Reinigung mit und ohne Gärung.
Die Gärung dient bei manchen Samen, vornehmlich Tomaten, dazu, ihre Keimfähigkeit bei gleichzeitig guter Lagerbarkeit überhaupt erst herzustellen. Ohne eine Schutzschicht, wie sie zum Beispiel Tomaten- und Gurkensamen umgibt, würden diese schon in der reifen(den) Frucht beginnen zu keimen. Bei der einen oder anderen Sorte sieht man das auch.
Für die Saatgutgewinnung werden große, reife Früchte genommen; faule und schimmelige eignen sich nicht. Man schneidet die Früchte auf – Tomaten quer und nicht von oben nach unten, damit alle Fruchtkammern geöffnet sind – und schabt die Samen mitsamt dem Fruchtfleisch in ein Glas. Jede Sorte für sich natürlich, wenn man bei der Aussaat nicht im Chaos versinken will. Hat eine Sorte kultürlich oder natürlich sowieso nur kleine Früchte, werden sie einfach nur zerdrückt. Bei größeren Mengen kann ein Mixer gute Dienste leisten: Man füllt ⅓ Früchte und ⅔ Wasser in den Mixer und zerkleinert die Masse mit kurzen Impulsen. Das Wasser hilft, dass die Samen unbeschädigt bleiben.

Nassreinigung mit Gärung
Das Gärglas nicht dicht verschließen, damit das Gas, das bei der Gärung entsteht, entweichen kann. Gelegentliches Umrühren bringt Sauerstoff in die Gärung und verhindert, dass sich eine dünne Hefeschicht bildet. Nach ein paar Tagen – unter günstigen Temperaturen mitunter schon am zweiten Tag – setzt die Gärung ein und baut die schützende Samenhülle ab. Wenn sich die Samen nicht mehr glitschig sondern rau anfühlen, ist der Vorgang abgeschlossen. Jetzt heißt es, keine Zeit verlieren und zügig den nächsten Schritt einleiten.
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