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Artikel des Monats

Artikel des Monats


Artikel des Monats Januar

 

Selbstversorgung-QUICUMQUE-autark-Anzucht_auf_der_Fensterbank

Anzucht auf der Fensterbank

Will man ausgewählte Gemüsesorten anbauen, muss man in unserer Klimazone pfiffig sein. Wärmeliebende Pflanzen wie Auberginen, Salatgurken, Melonen, Tomaten und Paprika gedeihen hierzulande im Freien nur selten zur Zufriedenheit des Gärtners. Das rührt einerseits daher, dass meistens die Bodentemperatur vor Ende Mai nicht warm genug ist, und andererseits, dass die Wetterbedingungen spätestens Ende September ungünstig werden. Damit ist die Wachstums- und Erntezeit auf maximal vier Monate beschränkt. Das ist nicht zu üppig.
Anzucht auf der Fensterbank stellt eine willkommene Hilfe dar. Die Aussaatgefäße werden mit Anzuchterde gefüllt und die jeweiligen Samen darin ausgelegt. Das Gießen geschieht am besten mit einem Zerstäuber, damit die Saat nicht freigespült wird. Befindet sich die Fensterbank nicht unmittelbar über dem Heizkörper, ist eine Styroporplatte unter den Gefäßen eine gute Isolation. Ebenso wichtig ist Licht, deshalb zum Abdecken der Saaten Glasscheiben oder durchsichtige Plastikfolie (zum Beispiel gebrauchte Gefriertüten) verwenden. Die Raumtemperatur sollte bei 22 bis 24°C liegen und die Aussaat gleichmäßig feucht gehalten werden. Die Abdeckung wird entfernt, sobald die Saat aufgegangen ist. Weiter feucht halten.
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Artikel des Monats Dezember

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Kartoffeln

Die spanischen Eroberer brachten sie aus der neuen in die alte Welt, die diese Knolle zunächst kritisch beäugte: die Kartoffel. Der anfänglichen Skepsis zum Trotz fasste sie Fuß und wandelte sich von einer Delikatesse zum Volksnahrungsmittel. Womöglich ist der Zenit aber überschritten: Laut statistischem Bundesamt nimmt die Anbaufläche für Kartoffeln in Deutschland wieder ab und die für Silomais und Weizen zu.
Die Kartoffel wird schon seit 7000 Jahren in Peru kultiviert und weltweit gibt es mehrere tausend Sorten. Kaum ein Gewächs hat hierzulande so viele verschiedene Lokalnamen: Ibsen, Tuffeln, Ärbeln, Grombern, Ädäppel, Knullen, Bodaggn, Erdapfel und Erdbirne sind nur die geläufigsten. Naja, vielleicht mit Ausnahme der Ibsen – die kennt man wahrscheinlich nur im Oberwesterwald.
Ihr vergleichsweise einfacher Anbau und ihre unaufwändige Verwertung im Vergleich zum Getreide machten sie zum Sattmacher No. 1 in ganz Europa. Erst Mitte des 19. Jh. erhielt ihr Siegeszug einen Dämpfer, als Kartoffelkrankheiten aus Amerika Europa erreichten, allen voran die Kraut- und Knollenfäule.  Es kam zu Missernten und schlimmen Hungersnöten. Besonders betroffen war Irland in den Jahren 1845 bis 1852: 12% der Bevölkerung starben an Hunger, 2% wanderten aus.
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Artikel des Monats November

 

Selbstversorgung-autark-QUICUMQUE-Markkloeschen

 

Rindfleischsuppe mit Markklößchen

 

Das Mark aus dem Knochen einer großen Beinscheibe herauslösen und beiseite stellen. Die Beinscheibe abwaschen. Ein Stange Lauch, eine große Möhre und eine viertel Sellerieknolle putzen. Möhre in Stücke schneiden, Lauch in Ringe. Fleisch und Knochen mit dem Gemüse, einem Teelöffel Salz und zwei Litern Wasser aufsetzen. Im Schnellkochtopf eine Stunde kochen. Im normalen Kochtopf aufkochen und zwei Stunden simmern lassen, entstehenden Schaum bei Bedarf abschöpfen.

In der Zwischenzeit das Mark in einige Stücke zerteilen und in einer kleinen Pfanne dunkel ausbraten. Ausgelassenes Fett und Mark in ein Haarsieb geben und das Fett auffangen. Die festen Substanzen können entsorgt werden.

Jetzt geht es ans Improvisieren: Ein Ei mit ungefähr 100 g Paniermehl oder fein gemahlenem, ungesüßtem Zwieback verrühren. Zu Beginn lieber mit weniger Brösel (70 g) starten und später, wenn die Klößchenmasse noch zu weich ist, mehr zugeben. Alles mit Salz nach Geschmack, geriebener Muskatnuss (lieber zu viel als zu wenig), ein wenig Pfeffer und einem gerüttelt Maß an kleingehackter Petersilie vermischen. Dann das abgekühlte flüssige Mark zugeben und alles gut durchkneten.
Masse trotz Vorsicht zu trocken? Man kann sie mit flüssiger Butter und etwas Wasser retten. Masse zu klebrig? Portionsweise Brösel zugeben. Masse zu fad? Salz und Muskatnuss zugeben. Passt alles: Zwölf Klößchen formen.

Wenn die Suppe fertig ist, Beinscheibe herausnehmen. Am besten neben dem Herd platzieren und während der weiteren Kochschritte nach und nach aufessen. Die Suppe mit geriebener Muskatnuss und Salz abschmecken.
Die Klößchen in der fertigen, heißen Suppe 15 Minuten garziehen lassen. Auf keinen Fall kochen, sonst zerfallen sie. Zerfallen sie auch beim Garziehen, nicht traurig sein: Das passiert immer wieder. Entweder weil die Masse zu trocken war oder zu weich oder die Suppe zu kalt oder zu heiß oder man nicht rechtzeitig serviert hat. 

 

1 große Beinscheibe vom Rind
1 Stange Lauch
1 große Möhre
¼ Sellerieknolle
2 Liter Wasser
ca. 100 g Brösel
1 Ei
2 Bund Petersilie
Salz, Muskatnuss, Pfeffer

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Artikel des Monats Oktober

 

Selbstversorgung-autark-QUICUMQUE-Haltbarmachen

Haltbarmachen
Kompott, Gelee, Marmelade, Saft, Chutney

Unser 300 qm großer Garten (QUICUMQUE 1/2015) hatte an Obst – neben den Äpfeln – Pflaumen (Zwetschge), Mirabellen, Kirschen, rote und schwarze Johannisbeeren, Stachelbeeren, Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren anzubieten sowie Rhabarber.
Die Obsternte kann in Form von Saft, Marmelade, Gelee, Kompott und Chutney haltbar gemacht werden. Zum Kompott sei allgemein angemerkt, dass man die Früchte bis zur Füllhöhe (siehe „Kleines Einkoch-ABC“ am Ende des Artikels) in die Gläser schichtet und anschließend mit Zuckerwasser auffüllt. Wir geben in unseren Rezepten die jeweilige Konzentration des Zuckerwassers an und zusätzlich Schätzwerte für die zu verarbeitenden Obstmengen. So hat man eine ungefähre Angabe, wie viele Flaschen und Gläser und wie viel Zucker bereitstehen müssen.
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Artikel des Monats September

 

 

Elektromobilitat_BMW_i3

 

Elektromobilität

Versuch No 1

 

Elektromobilität, das klingt nach neuer großer Unabhängigkeit vom Öl, nach der Möglichkeit, die Kutsche mit dem eigenen Solarpanel zu füttern und eine weitere Nische der Selbstversorgung zu erobern. Es klingt auch nach verantwortungsvollem, emissionsfreiem Fahren.  
So dachten wir jedenfalls, als wir uns dem Thema zuwendeten. Wir hatten ja keine Ahnung, auf was für einen Recherchemarathon wir uns einlassen und was für ein Durcheinander auf uns lauert. Da wir Autos nutzen wie Telefone – ohne nähere Kenntnis der dahinter liegenden Technik, ohne besondere Modellpräferenzen und mit einer recht nüchternen Vorstellung von Funktionalität, ließ uns der Pkw-Informations-dschungel ziemlich schnell irgendwo zwischen Frust und Langeweile hin und her pendeln. Wir haben nichtsdestotrotz tapfer und in bester Selbstversorgermanier gehobelt und gebohrt.  


Flocken und unzufriedene Rennzäpfchen
Eigentlich gibt es Elektromobilität so lange es Autos gibt. Als weltweit erster Strom-Pkw gilt der 1888 in Deutschland entwickelte Flocken Elektrowagen. Und von Anfang an gab es verhältnismäßig flotte Kisten. Eine Art Rennzäpfchen mit dem putzigen Namen „die niemals Zufriedene“ (La Jamais Contente) brachte es schon 1899 auf 100 km/h.
In den 1920ern begann jedoch die große Verdrängung durch den Verbrennungsmotor, denn Sprit war billiger als Strom und man kam mit diesen Wagen damals wie heute deutlich weiter. Die Reichweite der Urstromer lag bei rund 100 km; keine allzu große Differenz zu vielen aktuellen Modellen. Lange Zeit war es still um die E-Autos, obwohl immer wieder welche gebaut wurden. Erst um die letzte Jahrtausendwende, auf der Suche nach Erdöl- und Emissionsfreiheit, wurde den Elektrischen neues Leben eingehaucht.
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Artikel des Monats August

Alles Essig

von Marion Wick

Marion_Wick_Logo

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Es braucht zwar reichlich Zeit, einen guten Essig mit Hilfe einer Essigmutter zu erzeugen, aber dafür erhält man ein variantenreiches, mildes und leckeres Produkt.
Die Herstellung von echtem Fruchtessig ist dabei viel einfacher, als gewöhnlich angenommen wird. Auch die Weiterverarbeitung des selbst angesetzten Essigs zu Fruchtbalsamico oder seine geschmackliche Verfeinerung mit Kräutern, Früchten, Holz oder Rinden ist nicht besonders kompliziert. Wichtigste Voraussetzungen sind ein heller, aber nicht zu sonniger, dafür aber unbedingt frostfreier Platz und lichtdurchlässige Gefäße, die sich so verschließen lassen, dass Luft zirkulieren kann, aber keine Essigfliegen hinein kommen können.
Außer aus Zitrusfrüchten kann man aus fast allem, das man alkoholisch vergären kann, auch Essig machen. Es gibt allerdings einige Früchte und Pflanzen, die zwar möglicherweise guten Wein oder Bier, aber noch lange keinen guten Essig ergeben. Dazu zählen Birnen, Hagebutten und andere sehr säurearme Früchte. Auch ein Nesselbieransatz ergibt keinen guten Essig, Birkenbier dagegen schon. Wenn man Ungewöhnliches ausprobieren will, ist das allerdings kein Problem: Selbst Essige, die nicht gut schmecken, eignen sich immer noch gut zum Putzen.

Das wird gebraucht:
Essigmutter oder Kombuchapilz
Hefe (normale Backhefe)
Fruchtsaft
bei sauren oder herben Säften zusätzlich Honig, dunkler Sirup oder Zucker
lichtdurchlässige Gefäße, die sich mit Gaze oder Stoff so verschließen lassen, dass auch und vor allem Fruchtfliegen keine Chance haben hineinzukrabbeln.
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Artikel des Monats Juli

 

Saatgutgewinnung

 

Saatgutvermehrung

 

 

Kraizschouschteschgaart ist der Name eines privaten Non-Profit-Projekts, das von Steve Schwartz ins Leben gerufen wurde. Seine Ziele sind unter anderem der Erhalt der alten Vielfalt samenfester Sorten und des Rechts auf freien Austausch von Saatgut und Pflanzen im privaten Bereich. Der Gärtnermeister erklärt auf seiner Homepage ausführlich, wie man aus samenfesten Sorten sein eigenes Saatgut gewinnen kann. Wir wollen in unserer QUICUMQUE in einer fortlaufenden Reihe dazu beitragen, dieses Wissen weiterzugeben. 

 

Warum Saatgut gewinnen?

Es gibt gute Gründe, sein Saatgut selbst zu gewinnen. Da wäre zum einen die Möglichkeit, geliebte Sorten auch dann noch anbauen zu können, wenn sie aus der Sortenliste der Europäischen Union gestrichen, also vom jeweiligen Saatgutproduzenten vom Markt genommen wurden. Zum anderen macht eigene Samengewinnung mit samenfesten Sorten unabhängig von gentechnisch verändertem und F1-Saatgut. Dieses bringt zwar oft einmalig hervorragende Erträge, die Pflanzen selbst produzieren jedoch (bei der Terminator-Technologie) sterile Samen oder Pflanzen, die in der nächsten Generation nicht mehr die gewünschten Eigenschaften haben. Samenfeste Sorten zu kultivieren und zu vermehren, ist Freiheit und Selbstbestimmung in einer so elementaren Frage wie der der Nahrungsmittelerzeugung. ZUR ANLEITUNG ....

 

 

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Artikel des Monats Juni

 

Selbstversorgung-autark-QUICUMQUE-toten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Töten

Tiere und Pflanzen essen

 

Selbstversorger versorgen sich vor allem gerne selbst mit Essen. Dazu gehört die Garten- und Feldarbeit für viele genauso wie Tierhaltung oder Jagd. An der Nutzung von Tieren entzünden sich allerdings mitunter Debatten, deren Schärfe und Unerbittlichkeit uns nachdenklich gemacht haben. Aufrufe zur Verbreitung veganer Ideen und zur Intoleranz gegenüber Nichtveganern, die man im Internet findet, sind Auslöser für diesen kleinen Artikel übers Töten. 

Es geht uns nicht darum, Pro und Kontra einer veganen Lebensweise zu diskutieren. Wir sind sogar überzeugt, dass es eine ganze Reihe hervorragender Gründe für den Verzicht auf Fleisch und tierische Produkte gibt. Da wäre das Elend in der Massentierhaltung, ungeeignete Fischereimethoden, die Verrohung bei Tiertransporten oder in der Schlachterei, an der man nicht teilhaben will, der Klimaschutz, den zahlenmäßig weniger gasende Kühe und Schweine mit sich bringen. Da wäre die Herausforderung, sieben Milliarden und mehr Menschen satt zu bekommen, die Tierquälerei, die des Öfteren mit der Gewinnung von Wolle, Seide, Leder, Pelz und Federn einhergeht und Veganer konsequenterweise dazu bringt, auf sämtliche tierische Produkte zu verzichten. 

 

Was uns nicht überzeugt, ist das Hauptargument für ein Leben ohne tierische Produkte: dass Tiere grundsätzlich leiden, wenn man sie nutzt. Und überzeugt hat uns nicht der Umkehrschluss: dass Pflanzen nicht leiden. Wir sind uns auch nicht ganz sicher, ob Plastik und Baumwolle besser sind als Wolle und Leder. Weiterlesen...

 

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Artikel des Monats Mai

Selbstversorgung-autark-QUICUMQUE-Kase_1

Labsam

Käse selbst herstellen

 

Zu den erfreulichen Beschäftigungen in der Küche zählt die Käseherstellung: handwarme fette Milch,  Joghurt, übersichtliches Gerät und das Wunder der Verwandlung. 

Es gibt eine Unmenge an Käsesorten, aber nur ein paar verschiedene Käsearten. In der Hauptsache unterscheidet man Sauer- und Süßmilchkäse sowie Käse, der aus dem Nebenprodukt der Käseherstellung, der Molke, gemacht wird. Beim Molkenkäse werden die Milcheiweiße Albumin und Globulin, die noch in der Molke erhalten sind, durch Erhitzen denaturiert. Sauermilchkäse entsteht durch Dicklegen der Milch mit Hilfe von Milchsäurebakterien. Dabei gerinnt das Milchprotein Kasein. Handkäs, insbesondere im Zweiklang mit Musik, ist der bekannteste und sicherlich jenseits der hessischen Grenzen auch verschmähteste Vertreter dieser herrlichen Gattung. Ein stinkiger, schmieriger Käse, in Essig und Öl eingelegt und mit Zwiebeln bedeckt, scheint vielen kein mundwässernder Brotbelag zu sein. 

Beim Süßmilchkäse, wozu die meisten Weich-, Frisch- und Hartkäse gehören, lässt Lab die Milch gerinnen. Damit der Käse Geschmack bekommt und haltbar wird, muss er einige Tage bis Jahre reifen. Damit er beim Reifen nicht verdirbt, muss er gesalzen werden. Das geht, je nach Käsesorte, über ein Bad in Salzlake oder durch regelmäßiges Abreiben oder Abbürsten des Käselaibs mit Salz. 

Zur Anleitung ...

 

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Artikel des Monats April

 

Backesbau

 

Nicht jeder wohnt in einem Dorf mit eigenem Backhaus, noch weniger Menschen in einem Dorf mit einem Backhaus, das noch in Betrieb ist. Und längst nicht jeder hat Freude an gemeinschaftlichen Backtagen. Wer dennoch nicht auf die Vorzüge eines solchen Ofens verzichten möchte und über einen eigenen Garten oder eine ausreichend große Terrasse verfügt, kann sich einen kleinen Backes selbst bauen. 

 

Der Vorteil gegenüber dem Backen in einem konventionellen elektrischen Ofen ist zuallererst die Unabhängigkeit von Strom. Backen im Elektrobackofen kostet sehr viel Energie, die für die Zeit des gesamten Backvorgangs verfügbar sein muss. Mit einem Backes hingegen kann einerseits eine hauseigene Großbatterie geschont werden, wenn es darauf ankommt, mit selbsterzeugtem und -gespeichertem Strom auskommen zu wollen. Andererseits läuft ein kleiner Backes auch dann noch, wenn es zu Stromausfällen kommt.

 

Im Unterschied zum Elektroherd wird bei einem Backes der Ofen nur einmal pro Backgang mit einem Holz- oder Reisigfeuer im Backraum eingeheizt. Die Schamottesteine speichern die Wärme und geben sie dann über Stunden bei fallender Hitze ab. 

Die Temperatur beträgt anfangs 300°C und mehr. Zuerst werden deshalb in der Regel Pizza und Brote gebacken, am Schluss Hefekuchen und anderes Feingebäck. In einem Backes lassen sich natürlich auch Aufläufe und Suppen garen und zur Not Wasser erhitzen.

 

 

Die Wärme im Ofen geht auf vielfältige Weise verloren: Durch das Auskehren mit einem nassen Strohwisch senkt sich die Temperatur gleich zu Beginn etwas ab. Jedes weitere Öffnen der Ofentüre, z.B. um Brote einzuschießen, Feuchtigkeit abzulassen oder Backwaren herauszunehmen, kühlt den Backraum aus. Darüber hinaus hängt das Wärmespeichervermögen des Ofens natürlich von seiner Isolierung ab. 

Weil vielfältige Komponenten das Gelingen des Backesbaus und der Nutzung bestimmen, wollen wir hier die Bauanleitung für einen Backofen zur Verfügung stellen, der seit Jahren erfolgreich in Betrieb ist. Selbstverständlich kann auch mit anderen Materialien  und Techniken gebaut werden. Im Internet finden sich, neben einem Angebot an Fertigbausätzen und -öfen, reichlich Bauanleitungen und Foren. Zur Bauanleitung ...

 

 

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Artikel des Monats März

Selbstversorgung-Saatgutgewinnung-QUICUMQUE-autark

Saatgutgewinnung

Reinigung, Lagerung und Überwintern zweijähriger Samenträger

 

In der letzten QUICUMQUE haben wir einen ersten Einblick in die Saatgutgewinnung gegeben: Isolation, Bestäubung, Selektion und Dreschen standen auf dem Programm. In dieser Ausgabe soll es um Nass- und Trockenreinigung, Saatgutlagerung und das Überwintern zweijähriger Samenträger gehen. Genau wie in der ersten Anleitung greifen wir auf das umfangreiche Wissen und die Erfahrung von Steve Schwartz zurück, der in Luxemburg in seinem Kraitzschouschteschgaart ehrenamtlich Saatgut für samenfeste Sorten vermehrt.

Die Nassreinigung
Die Nassreinigung eignet sich für Gemüse, die ihre Samen in mehr oder weniger saftigen Früchten tragen. Dazu zählen Tomaten, Kürbisse, Gurken und Auberginen. Unterschieden wird zwischen einer Reinigung mit und ohne Gärung.
Die Gärung dient bei manchen Samen, vornehmlich Tomaten, dazu, ihre Keimfähigkeit bei gleichzeitig guter Lagerbarkeit überhaupt erst herzustellen. Ohne eine Schutzschicht, wie sie zum Beispiel Tomaten- und Gurkensamen umgibt, würden diese schon in der reifen(den) Frucht beginnen zu keimen. Bei der einen oder anderen Sorte sieht man das auch.
Für die Saatgutgewinnung werden große, reife Früchte genommen; faule und schimmelige eignen sich nicht. Man schneidet die Früchte auf – Tomaten quer und nicht von oben nach unten, damit alle Fruchtkammern geöffnet sind – und schabt die Samen mitsamt dem Fruchtfleisch in ein Glas. Jede Sorte für sich natürlich, wenn man bei der Aussaat nicht im Chaos versinken will. Hat eine Sorte kultürlich oder natürlich sowieso nur kleine Früchte, werden sie einfach nur zerdrückt. Bei größeren Mengen kann ein Mixer gute Dienste leisten: Man füllt ⅓ Früchte und ⅔ Wasser in den Mixer und zerkleinert die Masse mit kurzen Impulsen. Das Wasser hilft, dass die Samen unbeschädigt bleiben.

Nassreinigung mit Gärung
Das Gärglas nicht dicht verschließen, damit das Gas, das bei der Gärung entsteht, entweichen kann. Gelegentliches Umrühren bringt Sauerstoff in die Gärung und verhindert, dass sich eine dünne Hefeschicht bildet. Nach ein paar Tagen – unter günstigen Temperaturen mitunter schon am zweiten Tag – setzt die Gärung ein und baut die schützende Samenhülle ab. Wenn sich die Samen nicht mehr glitschig sondern rau anfühlen, ist der Vorgang abgeschlossen. Jetzt heißt es, keine Zeit verlieren und zügig den nächsten Schritt einleiten.
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